Eine verwischte Erinnerung daran, dass ich mich selbst überlebt habe – und zu jemandem geworden bin, den ich nie für möglich gehalten hätte.
Dies ist mein Lieblingstattoo, nicht weil es das sauberste oder am besten gestochene ist, sondern weil es das ehrlichste ist. Es ist unvollkommen. An manchen Stellen ist es verschwommen. Die Linien sind nicht mehr so scharf wie früher. Die Zeit hat es weicher gemacht, wie die Zeit alles weicher macht. Und irgendwie wirkt es dadurch nur noch echter.
Dieses Tattoo versucht nicht, schön zu sein. Es versucht nicht, irgendjemanden zu beeindrucken. Es existiert so, wie ich existierte, als ich es mir verdiente – abgenutzt, verwittert, aber immer noch stehend.

Die Worte sind einfach, doch sie tragen die Last der Jahre:
Nur in meinem Schmerz fand ich meinen Willen.
Denn der Schmerz raubte mir alles, was ich zu sein glaubte. Er brach mich auf, aber er zwang mich auch zu einer Entscheidung: Entweder ich bleibe am Boden liegen oder ich erhebe mich mit nichts als roher Entschlossenheit.
Nur im Chaos lernte ich zur Ruhe zu kommen.
Denn Chaos war mein Normalzustand. Laute Gedanken. Laute Gefühle. Laute Tage. Ich fand keinen Frieden, indem ich ihm entfloh – ich fand Frieden, indem ich lernte, inmitten des Sturms zu atmen.
Nur in meinen Ängsten fand ich meine Stärke.
Denn die Angst lehrte mich, was wirklich zählt. Die Angst forderte mich heraus, trieb mich in die Enge, verlangte etwas von mir. Und ich war selbst überrascht, als ich mich wehrte.
Doch erst in meiner Dunkelheit sah ich mein Licht.
Denn die Dunkelheit hat mich nicht zerstört. Sie hat mich offenbart. Es hat mir gezeigt, was in mir steckt, als niemand zusah, als mich niemand rettete, als ich selbst für meinen Lebensunterhalt sorgen musste.
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Selbst in meinem dunkelsten Kapitel lag der Anfang meines Lichts.
